Steht man auf, ist es dunkel. Geht man zur Arbeit ist es auch dunkel. Geht man nachmittags nach hause, ist es wieder dunkel und so verwundert es nicht sehr, dass man derzeit viele Farben sieht – auf dem Weg von und zur Arbeit. Farben die einen aus den Fenstern, den Türen, den Vorgärten, den Fassaden, den Bäumen (echten und künstlichen) und den Geschäften anschreien: ES IST WIEDER SOWEIT!
Es blinkt, blitzt und leuchtet in unzähligen Variationen und das alles zu einem einzigen Zweck: Es soll uns Menschen in weihnachtliche Stimmung versetzen.
Geschmäcker sind verschieden und ich behaupte dass die Grenze zum Geschmacklosen und damit zur psychischen Folter fließend ist. Ob es damals wohl solche Folterinstrumente wie die zum Rentier geformte weiße Lichterschlange mit der rot leuchtenden Nase und dem aus Plastik gegossenen Weihnachtsmann der in einer Plastikkutsche (beide stillos konturell beleuchtet) gegeben hat? Ach ja – und habe ich den Bewegungsmelder erwähnt, der diese Grausamkeit veranlasst jedes Mal “HOHOHO” zu rufen, wenn sich jemand auch nur ansatzweise dem Bewachungsradius nährt?
Sein Besitzer hat das Unzeug zu allem Überfluss auch noch so positioniert, dass es jedes Mal seinen Spruch aufsagt, wenn sich die Blätter im Baum gegenüber bewegen.
Gerüchten zufolge hat es, seit dem dieses Ding da steht, nie wieder ein Hund gewagt, gegen den Zaun zu pinkeln. Andere Gerüchte besagen, dass die Einbruchsrate in der angrenzenden Nachbarschaft um nahezu 99% zurückgegangen. Zumindest in bei den Häusern, welche im Erfassungsradius des Bewegungsmelders liegen.
Die Moral dieser Geschichte ist: Ab und an mal ein Stromausfall tut uns allen gut
Uns allen ein frohes Fest!
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