Eben klingelte der Paketdienst an der Tür und ich hörte schon am Keuchen und Fluchen des Paketmannes, dass es sich um etwas großes handeln musste. Da meine Steuerrückzahlung schon durch war (kleiner Scherz am Rande) konnte es sich nur um die Bonsai-Lieferung handeln.
Das Paket war in der Tat groß und der Inhalt entsprechend vielseitig. Alles Bestellte war dabei und so machte ich mich gleich an die Arbeit. Wollte ich jedenfalls. Aber wo anfangen?
Also habe ich erst einmal das getan was ich sonst immer tue: alle Artikel auspacken ansehen, verwundert am Kopf kratzen und auf dem Klo einen Plan entwickeln.
Gesagt getan und so fing ich Hugo auf dem Flur ab, als er getragen durch die Krabbelviecher wieder zurück ins Wohnzimmer wollte. Beim enterden viel mir auf, dass die Erde teilweise sehr eng und gedrückt an die Wurzeln gepresst war. Um nicht eine zu große Sauerei zu veranstalten, versuchte ich die Erde ohne Zuhilfenahme von Wasser zu lösen und das klappte dann nach da. 10 Minuten auch.
Anschließend verpasste ich den Blättern eine kalte Dusche, ich hatte mal im Bonsai-Forum gelesen dass das hilft um Kleinviehzeug loszuwerden. Nach dem Ausbürsten der alten Schale und wegschaffen der alten Erde verpflasterte ich alle Löcher im Boden mit Plastikgitter-Stücken aus der Lieferung. Anschließend kam der Kies, dann die großen Brocken Akadama.
Was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: übersetzt man “Large Grain 10 – 25 mm große Siebung” vom japanischen ins deutsche, bedeutet es dass jeder Brocken größer als 2,5 cm ist. Das begrub meine Pläne, Akadama als Hauptgrundlage für Hugo zu nehmen. Zum Glück hatte ich noch vier Liter Spezialerde mitbestellt und so füllte ich die restlichen Lücken auf.
Auch habe ich dabei gemerkt, dass Hugo eine größere Schale benötigt – ist auf meiner To-Order List für den nächsten Einkauf beim Großmeister.
Auch lagen drei Samen für Punica granatum nana bei die nun nach Anleitung 24h bei dreißig Grad warmen Wasser aufquellen müssen. Ich dachte kurz daran sie
- Fic Yu
- Fic Them
- Fic All
zu nennen, habe den Gedanken aber schnell verworfen. Nachdem Hugo wieder zurück in der Schale war, kam noch etwas Dünger drauf und ich habe ihm probehalber mal eine modische Kurzschnittfrisur (“Vokuhila“) verpasst.
Ich werde weiter berichten.
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