RTR – ein Erfahrungsbericht

Eigentlich bin ich ein an Motorsport wenig interessierter – und deshalb uninformierter Mensch. Vor einigen Wochen bin ich dann durch einen guten Freund auf den Automodellbau aufmerksam geworden. Seit ungefähr dieser Zeit bin ich stolzer Besitzer eines Inferno TR-15 ST.

So ein kleines Auto ist eine spannende Angelegenheit zumal ich bisher nicht einmal wusste, dass es sich bei den Autos um so ein so teures Hobby handelte. Und was es da alles zu beachten gilt – Wahnsinn.

Zu beginn steht aber nicht das Auto – sondern der Einkauf des noch fehlenden Zubehörs. Einmal benötigt man speziellen Sprit für die kleinen Boliden. Einfach mal an der Tanke vorbeifahren und mit einem lächelnden Portemonnaie 75ml zapfen ist da nicht – zumal die Mindestabnahmemenge bei den mir bekannten Tankstellen zwei Liter beträgt. Also ab in den Bastelladen und Run-In Sprit gekauft. Ein Liter etwa 8~10 EUR.

*Douh*

Was grüne Herzen erfreuen wird und meiner Kreditkarte den Angstschweiß ins Gesicht treibt ist aber durchaus erschwinglich, kann man damit doch dank kleinem Tank recht umfangreiche Touren unternehmen. Als zweites wird eine Nitro-Starterbox mit Glühstater, 12 Batterien oder starke Akkus benötigt.

Das Einfahren des neuen Motors ist wohl mit das wichtigste was man als erstes machen sollte. Dazu notwendig ist laut Verkäufer ein spezielles Spritgemisch welches erhöhte Anteile an Schmierstoffen hat. Diese Meinung relativierte sich recht schnell, nach dem ich durch die Kasse war ;-)

Die kleinen sind ganz groß, wenn es darum geht, Krach zu machen. Darum empfehle ich niemandem der in einer hellhörigen Nachbarschaft wohnt, das Auto in Sichtweite seines Wohnbereiches zu starten. Da ich in der Nähe des Messegeländes wohne und die Parkplätze zur messefreien Zeit vor allem eins sind – nämlich leer – also nix wie hin.

Drei volle Tankladungen musste der kleine Truck im Leerlauf durchjagen. Ich parkte den kleinen auf einem Podest steckte den Glühstarter und zog die Reißleine – und es wurde laut. Der Motor sprang an und die Räder drehten sich. Immer schneller. Und ich bekam Panik. Warum müssen die sich so schnell drehen? Und muss das Resonanzrohr so viel Flüssiges spucken? Muss der Motor so laut sein und dreht der wirklich so schnell? Offenbar ja.

Laut Anleitung sollte der Kleine anschließend mit halber Kraft ein paar Runden drehen und anschließend musste man mit einem Schraubendreher die Benzinzufuhr so einstellen, dass der Motor besser läuft.

Gestern dann die Generalprobe. Auf dem freien Gelände hinter Ikea wollte ich den Kleinen über Stock und Stein jagen – ging aber nicht da dort schon andere unterwegs waren und ich mit meiner Funke den einen oder anderen gestört hätte. Deshalb fuhr ich dann an das andere Ende, packte aus, baute auf und betankte den kleinen. Als ich starten wollte viel mir ein dass der Glühstarter noch am Ladegerät in meiner Wohnung hing.

*Douh*

Gut, Anfängerfehler – hat niemand gesehen, keiner hat gelacht. Also, Benzin abgepumpt, Auto demontiert und verpackt, Starter geholt und da ich dann doch lieber für die ersten Runden auf Nummer Sicher gehen wollte, ein anderen Parkplatz gesucht. Ein anderer verlassener Parkplatz am Messegelände überzeugte durch großflächige, hügelige Bodenbeläge und durch die Abwesenheit von störenden Einflüssen.

Nach dem Auspacken, dem Aufbau und dem Betanken ging es dann endlich los. Das Auto startete perfekt und fuhr gleich los. Laut Anleitung sollte man erst einmal die Lenkbewegungen studieren und ein paar Achten fahren bevor man richtig Gas gibt. Also fahre ich Achten, mal eine Sechs und auch mal die Neun. Dann ab auf das Gas.

Hui – Gasgeben kann Spaß machen :-)

Da ich die Reichweite der Fernbedienung nicht kenne ziehe ich immer weitere Kreise um zu schauen, wann das Auto aus dem steuerbaren Bereich ausbricht.

Also gebe ich Gas

Am Horizont sehe ich das Auto verschwinden und versuche es zu lenken aber es will nur gerade aus fahren.

Angst Panik erfüllt mich.

Ich sprinte hinterher, halte die Fernbedienung in die Luft, trete maximal auf die Bremse und… der Truck bleibt stehen.

*Douh*

Mich erschleicht das Gefühl etwas im Modellbauladen vergessen zu haben – den Failsafe. Ein kleines elektronisches Bauteil welches beim Abriss der Funkverbindung den Gas-/Bremsservo des Trucks in eine vorher festgelegte Position steuert.

Gut nun kenne ich die Reichweite der Fernbedienung und fahre wieder kleinere Kreise. Es gelingt mir noch ein recht spektakulärer Stunt und ich ärgere mich, dass ihn außer mir niemand gesehen hat.

Ich fahre noch mit recht hoher Geschwindigkeit drei Tanks leer. Zwischen dem betanken spiele ich mit der Stellschraube für die Spritzufuhr rum. Ergebnis – der Buggy geht mir an dem Tag insgesamt zweimal mit halb vollem Tank aus. Zu verkraften denke ich und bin ganz zufrieden.

Wieder zuhause angekommen stelle ich fest, dass sich ein ganzer Haufen öliger Dreck zwischen Aufbau und Bodenplatte gesammelt hat und ich suche im Internet nach Möglichkeiten der Reinigung. Mangels adäquaten Werkzeugs traue ich mich noch nicht daran, das ganze auseinander zu nehmen und zu reinigen. Also müssen Pinzette, Küchenrolle und Wattetupfer her halten.

Aus Prinzip baue ich dann doch noch ein Rad ab und schaue mir an, wie die Aufhängung funktioniert.

Spannend :-)

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